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Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera)

Rosenkohl, auch als Sprossenkohl oder Brüsseler Kohl bekannt, ist ein anspruchsvolles, aber lohnendes Gemüse für den Hydroponikgarten. Die kleinen, kohlartigen Knospen (Sprossen) entwickeln sich in den Blattachseln und entfalten nach dem ersten Frost ihr volles Aroma.

Allgemeine Informationen

Botanischer Name Brassica oleracea var. gemmifera
Familie Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Herkunft Belgien (Raum Brüssel)
Wuchstyp Zweijährige, meist einjährig kultivierte Pflanze mit aufrechtem Stiel
Fruchttyp Knospen (Sprossen) in den Blattachseln

Nährwerte je 100 g

Nährstoff Menge
Brennwert 43 kcal
Wasser 86 g
Kohlenhydrate 2,6 g
- davon Zucker 2,2 g
Ballaststoffe 4,1 g
Eiweiß 3,5 g
Fett 0,4 g
Vitamin C 85 mg
Vitamin K 177 µg
Kalium 389 mg
Folsäure 61 µg

Anbauhinweise für den Hydroponikgarten

Rosenkohl ist ein Starkzehrer mit einer sehr langen Kulturdauer von 5-7 Monaten. Er benötigt ein stabiles, großvolumiges Hydroponiksystem, das für die lange Wachstumszeit ausgelegt ist.

Aussaatzeitpunkte und Ernte

Wachstumsbedingungen

Faktor Optimaler Wert / Bedingung
pH-Wert 6.0 - 6.8 (etwas höher als bei anderen Hydrokulturen)
EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) 2.0 - 3.0 mS/cm (Starkzehrer mit hohem Bedarf)
Temperatur (Tag) 15-22°C (kühlere Temperaturen fördern die Sprossenbildung)
Temperatur (Nacht) 10-15°C
Wassertemperatur 16-20°C (Kühl halten, um Wurzelkrankheiten zu vermeiden)
Luftfeuchtigkeit 60-80 % (gute Luftzirkulation unerlässlich)
Licht 12-14 Stunden direktes Licht oder hochwertige Pflanzenlampen (z. B. Vollspektrum-LED). Rosenkohl ist ein Langtagspflanze.

Düngung

Rosenkohl hat einen sehr hohen Stickstoffbedarf für das Blattwachstum und benötigt später ausreichend Kalium und Kalzium für die Sprossenbildung.

Pflegehinweise

Schädlinge

Schädling Beschreibung Bekämpfung im Hydrokultur-System
Kohlweißling (Raupen) Grüne, gefräßige Raupen, die Fraßlöcher in Blätter fressen. Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten. Raupen absammeln. Bei starkem Befall Einsatz von biologischen Mitteln mit Bacillus thuringiensis.
Blattläuse (v. a. Kohlblattlaus) Graugrüne, wachsartige Läuse, die sich an Triebspitzen und Blattunterseiten ansammeln. Mit starkem Wasserstrahl abspülen, Nützlinge (Marienkäfer, Florfliegen) einsetzen oder mit Kaliseife/Neemöl behandeln.
Kohlfliege (Kohlmotte) Die Larven minieren in den Blättern oder fressen an den Sprossen. Gelbtafeln zur Überwachung. Schutznetze (Kultur im Freien) sind die beste Vorbeugung.
Erdflöhe Winzige, schwarze, springende Käfer, die kleine Löcher in Blätter fressen. Bei jungen Pflanzen gefährlich. Leimtafeln aufstellen. Auch hier helfen Schutznetze.

Krankheiten

Krankheit Beschreibung Vorbeugung und Maßnahmen
Kohlhernie Wucherungen und Verformungen an den Wurzeln, Welke und Wachstumsstillstand. Quarantänegefahr! Befallene Pflanzen sofort entsorgen. Vorbeugend den pH-Wert im höheren Bereich (6.5-6.8) halten und auf Hygiene achten.
Falscher Mehltau Gelbliche Flecken auf Blattoberseiten, weißgrauer Pilzrasen auf Unterseiten. Für gute Luftzirkulation sorgen, Blätter nicht übermäßig benetzen. Befallene Blätter entfernen.
Blattfleckenkrankheiten (z.B. durch Alternaria) Braune, konzentrische Flecken auf Blättern, die von innen nach außen eintrocknen. Luftfeuchtigkeit kontrollieren, befallene Pflanzenteile großzügig entfernen. Für ausreichend Kalium sorgen, da dies die Zellstruktur stärkt.
Weichfäule (Wurzel- und Stielfäule) Weiche, braune, übelriechende Stellen an Stielbasis und Wurzeln. Oft durch zu hohe Temperaturen und Staunässe begünstigt. Wassertemperatur kühl halten, für gute Sauerstoffversorgung im Wurzelbereich sorgen.

Topfrotationsmöglichkeiten

Aufgrund der langen Kulturdauer und des hohen Nährstoffverbrauchs sollte das Substrat nach der Kultur komplett ausgetauscht und das System gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Eine Fruchtfolge ist in einem geschlossenen Hydrokultursystem essentiell.

Nächste Kultur

Nach einer gründlichen Reinigung des Systems (Spülen mit Wasserstoffperoxid oder einem geeigneten Systemreiniger) können Sie das Substrat entsorgen oder aufbereiten. Für die Folgebepflanzung eignen sich:

Schädlingsbekämpfung

Im Hydroponiksystem ist ein integrierter Pflanzenschutz besonders wichtig, da chemische Pestizide das empfindliche Gleichgewicht der Nährlösung stören oder die Wurzeln schädigen können.

Zubereitung

Rosenkohl entwickelt sein volles, leicht nussiges Aroma erst nach dem ersten Frost oder einer entsprechenden Kälteperiode.

Quellenangaben