Der Rotkohl, auch Blaukohl oder Rotkraut genannt, ist ein kräftiges, farbintensives Gemüse. In der Hydroponik stellt er aufgrund seines Platzbedarfs eine Herausforderung dar, belohnt den Gärtner aber mit farbenfrohen, nährstoffreichen Köpfen.
| Botanischer Name | Brassica oleracea var. capitata f. rubra |
|---|---|
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Herkunft | Mittel- und Westeuropa, Mittelmeerraum |
| Wuchstyp | Zweijährige, einjährig kultivierte Pflanze mit festem Kopf |
| Fruchttyp | Dicke, blättrige Kopfbildung (Verdickung der Blätter) |
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Brennwert | 28 kcal |
| Wasser | 90 g |
| Kohlenhydrate | 5,4 g |
| - davon Zucker | 4,1 g |
| Ballaststoffe | 3,0 g |
| Eiweiß | 1,4 g |
| Fett | 0,2 g |
| Kalium | 240 mg |
| Vitamin C | 50 mg |
| Vitamin K | 80 µg |
| Anthocyane | Je nach Sorte 150-300 mg |
Rotkohl ist ein Mittelzehrer mit einem hohen Platzbedarf. Für die Hydroponik eignen sich am besten großvolumige Systeme, die den schweren Köpfen Halt bieten.
| Faktor | Optimaler Wert / Bedingung |
|---|---|
| pH-Wert | 6.0 - 6.8 (für eine optimale Nährstoffaufnahme) |
| EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) | 1.5 - 2.0 mS/cm (während der Kopfbildung an der oberen Grenze) |
| Temperatur | 15-20°C (Kühle Temperaturen fördern die Kopfbildung, Wärme >25°C kann zu Schossen führen) |
| Luftfeuchtigkeit | 60-80 % (Regelmäßige Belüftung ist wichtig, um Pilzkrankheiten vorzubeugen) |
| Licht | 12-14 Stunden direktes Licht. In der Anzuchtphase und bei schlechten Lichtverhältnissen ist eine zusätzliche Pflanzenlampe (z. B. LED) vorteilhaft. |
Verwenden Sie einen hydroponischen Dünger, der auf Blattgemüse oder Kohl abgestimmt ist. Rotkohl hat einen hohen Stickstoff- und Kaliumbedarf.
| Schädling | Beschreibung | Bekämpfung im Hydrokultur-System |
|---|---|---|
| Kohlweißling (Raupen) | Grün-gelbe, behaarte Raupen, die große Löcher in die Blätter fressen. | Regelmäßig absammeln. Pflanzenschutznetze vorbeugend anbringen. Biologische Mittel mit Bacillus thuringiensis einsetzen. |
| Blattläuse | Kleine, grüne oder schwarze Insekten, oft an jungen Blättern und Triebspitzen. | Mit einem starken Wasserstrahl abspülen, Nützlinge (Florfliegen, Marienkäfer) einsetzen oder mit Kaliseife besprühen. |
| Kohlfliege | Die Larven fressen an den Wurzeln und im Strunk, was zu Wachstumsstillstand führt. | Vorbeugend mit Kulturschutznetzen abdecken. Im Hydrokultur-System ist der Befall seltener, da die Wurzeln im Substrat geschützt sind. |
| Mehlige Kohlblattlaus | Bläulich-weiße, mehlig überzogene Läuse, die sich an den Blattunterseiten sammeln. | Befallene Blätter entfernen. Nützlinge wie Schwebfliegenlarven oder Marienkäfer einsetzen. |
| Krankheit | Beschreibung | Vorbeugung und Maßnahmen |
|---|---|---|
| Kohlhernie | Pilzerkrankung (Plasmodiophora brassicae), die zu knolligen, verformten Wurzeln und Welke führt. | Im Hydroponiksystem sehr selten, wenn mit sauberem Substrat gearbeitet wird. Bei Verdacht: System und Töpfe gründlich reinigen. |
| Blattrandnekrose (Tipburn) | Braun-schwarze, absterbende Blattränder an inneren Blättern. | Keine Krankheit, sondern ein Calcium-Mangel, oft verursacht durch unregelmäßige Bewässerung oder falschen pH-Wert. pH-Wert stabil zwischen 6.0-6.5 halten und gleichmäßige Bewässerung sicherstellen. |
| Falscher Mehltau | Gelbliche Flecken auf der Blattoberseite, grau-violetter Belag auf der Unterseite. | Für gute Luftzirkulation sorgen, Blätter nicht übermäßig benetzen. Befallene Blätter sofort entfernen und entsorgen. |
| Weißer Rost (Albugo) | Weiße, pustelartige Sporenlager auf Blattunterseiten und Blütenständen. | Befallene Pflanzenteile großzügig entfernen. System gut belüften. Resistente Sorten bevorzugen. |
Als Mittelzehrer hinterlässt Rotkohl das Substrat nicht völlig ausgelaugt, aber eine Reinigung und ein Substrataustausch sind nach der langen Kulturzeit (bis zu 20 Wochen) zu empfehlen.
Nach einer gründlichen Reinigung des Systems und einem kompletten Austausch der Nährlösung bieten sich für die Folgebepflanzung schnellwachsende Blattgemüse (Pflücksalat, Asia-Salate) oder Kräuter (Koriander, Dill) an, um die Saison oder die Anbaufläche optimal zu nutzen.
Im Hydroponiksystem ist ein integrierter Pflanzenschutz besonders wirksam. Durch die kontrollierte Umgebung lassen sich viele Probleme frühzeitig erkennen.
Bacillus thuringiensis sehr wirksam. Gegen saugende Insekten helfen Nützlinge, Neemöl oder Kaliseife.Rotkohl ist ein klassisches Wintergemüse, das sich durch seine vielseitigen Zubereitungsmöglichkeiten auszeichnet.