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Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica)

Die Schwarzwurzel, auch als Winterspargel bekannt, ist ein nährstoffreiches Wurzelgemüse. Ihr Anbau im Hydroponiksystem stellt eine interessante Herausforderung dar, da sie lange, tiefe Wurzeln ausbildet. Mit der richtigen Systemwahl gelingen jedoch auch unter wasserführenden Bedingungen schmackhafte, gerade Wurzeln.

Allgemeine Informationen

Botanischer Name Scorzonera hispanica
Familie Korbblütler (Asteraceae)
Herkunft Südeuropa, Vorderasien
Wuchstyp Zweijährige, meist einjährig kultivierte Pflanze mit Pfahlwurzel
Besonderheit Milchsaft in der Rinde; Wurzeln sind bei Frost besonders wohlschmeckend

Nährwerte je 100 g

Nährstoff Menge
Brennwert 70 kcal
Wasser 78 g
Kohlenhydrate 12,0 g
- davon Zucker 0,7 g
Ballaststoffe 3,3 g
Eiweiß 1,6 g
Fett 0,7 g
Kalium 380 mg
Vitamin C 5 mg
Inulin 10-15 g (für Diabetiker geeignet)

Anbauhinweise für den Hydroponikgarten

Der Anbau von Schwarzwurzeln im Hydroponiksystem erfordert aufgrund der langen Pfahlwurzel spezielle Behältnisse. Konventionelle, flache Kanäle (wie bei NFT) sind ungeeignet.

Aussaatzeitpunkte und Ernte

Schwarzwurzeln werden im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten direkt im System angesät, da sie keine Störung der Wurzel vertragen.

Wachstumsbedingungen

Faktor Optimaler Wert / Bedingung
pH-Wert 6.0 - 6.5
EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) 1.2 - 1.8 mS/cm (Wurzelgemüse ist eher schwachzehrend)
Temperatur 12-22°C (kühlere Temperaturen fördern den Wurzelwachstum)
Luftfeuchtigkeit 50-70 % (trockenere Luft reduziert Blattkrankheiten)
Licht Volle Sonne bis Halbschatten, mind. 8-10 Stunden Licht.

Düngung

Schwarzwurzeln sind Starkzehrer, benötigen jedoch einen ausgewogenen, nicht zu stickstoffbetonten Dünger, um ein übermäßiges Blattwachstum und verzweigte Wurzeln zu vermeiden.

Pflegehinweise

Schädlinge

Schwarzwurzeln sind relativ robust, können aber von bestimmten Schädlingen befallen werden.

Schädling Beschreibung Bekämpfung im Hydrokultur-System
Blattläuse Kleine, grüne oder schwarze Insekten an Triebspitzen. Mit einem starken Wasserstrahl abspülen, Nützlinge (Florfliegen, Marienkäfer) einsetzen oder mit Kaliseife besprühen.
Wurzelgallennematoden Kleine Fadenwürmer, die Verdickungen (Gallen) an den Wurzeln verursachen. Vorbeugend: Befallene Pflanze sofort entsorgen. Nach der Kultur das gesamte System und Substrat gründlich reinigen oder austauschen. Resistente Sorten wählen.
Schnecken Fraßspuren an Blättern und jungen Trieben. Im Innenbereich seltener. Bei Befall mit Schneckenkorn (Eisen-III-phosphat) oder durch Absammeln bekämpfen.

Krankheiten

Krankheit Beschreibung Vorbeugung und Maßnahmen
Blattfleckenkrankheit (Alternaria, Septoria) Kleine, braune Flecken auf den Blättern, die sich vergrößern und zum Blattabsterben führen. Für gute Luftzirkulation sorgen, Blätter nicht über Kopf gießen. Befallene Blätter entfernen.
Grauschimmel (Botrytis cinerea) Grauer, pelziger Belag auf Blättern und Blattstielen, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit. Luftfeuchtigkeit senken (50-60 %), für gute Belüftung sorgen. Befallene Pflanzenteile sofort großzügig entfernen.
Wurzelfäule (durch Pythium oder Rhizoctonia) Welke, braune, weiche Wurzeln, Pflanze stirbt ab. Sauberes Wasser, Wassertemperatur unter 22°C halten, für gute Sauerstoffanreicherung sorgen. Bei Befall ist die Pflanze meist nicht mehr zu retten.

Topfrotationsmöglichkeiten

Nach der Ernte der Schwarzwurzel wird das Substrat (falls verwendet) entsorgt oder ausgewaschen. Die tiefen Behälter können für die nächste Kultur weitergenutzt werden.

Nächste Kultur

Nach einer gründlichen Reinigung des Systems (Spülen mit Wasser, evtl. leichter Desinfektion) können Sie in den tiefen Behältern idealerweise Frühlingsgemüse wie Radieschen, Spinat oder Pflücksalate kultivieren.

Schädlingsbekämpfung

Im Hydroponiksystem ist eine vorbeugende und biologische Schädlingsbekämpfung empfehlenswert.

Zubereitung

Die Schwarzwurzel ist ein kulinarisches Highlight, wird aber aufgrund des klebrigen Milchsaftes oft als „mühsam“ empfunden. Dieser verliert jedoch beim Kochen seinen unangenehmen Geschmack.

Quellenangaben