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Winterblumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis)

Der Winterblumenkohl ist eine robuste, kälteresistente Variante des klassischen Blumenkohls. Er wird im Spätsommer gepflanzt und überwintert im Freiland oder im unbeheizten Gewächshaus, um im folgenden Frühjahr geerntet zu werden. Durch seine lange Kulturdauer stellt er besondere Ansprüche an die Nährstoffversorgung im Hydroponiksystem.

Allgemeine Informationen

Botanischer Name Brassica oleracea var. botrytis
Familie Kreuzblütler (Brassicaceae)
Herkunft Mittelmeerraum, Kleinasien
Wuchstyp Zweijährige Pflanze (einjährig kultiviert)
Fruchttyp Zusammengesetzte Blütenknospen (die „Röschen“)

Nährwerte je 100 g

Nährstoff Menge
Brennwert 25 kcal
Wasser 92 g
Kohlenhydrate 3,0 g
- davon Zucker 1,9 g
Ballaststoffe 2,5 g
Eiweiß 1,9 g
Fett 0,3 g
Kalium 299 mg
Vitamin C 69 mg
Vitamin K 16 µg
Folsäure 57 µg

Anbauhinweise für den Hydroponikgarten

Winterblumenkohl ist ein Mittelzehrer mit einer sehr langen Kulturdauer von 5-8 Monaten. Für die Hydroponik eignen sich Systeme mit einem großen Wurzelraum und stabilen Nährstoffbedingungen.

Aussaatzeitpunkte und Ernte

Die Terminierung ist das A und O für eine erfolgreiche Kultur.

Wachstumsbedingungen

Faktor Optimaler Wert / Bedingung
pH-Wert 6.0 - 6.8 (etwas höher als bei anderen Hydrokulturen, da es ein Kohlgewächs ist)
EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) 1.2 - 1.8 mS/cm (im Herbst niedriger, im Frühjahr moderat anheben)
Temperatur Optimal 15-20°C; Winterkultur bis -10°C tolerierbar. Vermeiden Sie über 25°C.
Luftfeuchtigkeit 60-80 % (gute Belüftung im Frühjahr gegen Pilzkrankheiten wichtig)
Licht Im Herbst 12-14 Stunden natürliches Licht. Im Winter benötigen die Pflanzen zusätzliches Licht (Pflanzenlampen, 10-12 Stunden), um die Qualität des Kopfes zu sichern.

Düngung

Verwenden Sie einen hydroponischen Dünger, der auf Blattgemüse oder Kohl ausgelegt ist. Der Nährstoffbedarf ändert sich im Jahresverlauf.

Pflegehinweise

Schädlinge

Schädling Beschreibung Bekämpfung im Hydrokultur-System
Kohlweißling Raupen, die große Löcher in die Blätter fressen. Im Frühjahr aktiv. Regelmäßig absammeln. Vorbeugend mit Kulturschutznetzen abdecken. Nützlinge: Schlupfwespen.
Blattläuse (v.a. Kohllaus) Kleine, gräuliche Läuse, die sich an Triebspitzen und Blattunterseiten sammeln. Mit einem starken Wasserstrahl abspülen, Nützlinge (Marienkäfer, Florfliegen) einsetzen oder mit Kaliseife besprühen.
Erdflöhe Kleine, schwarze Käfer, die viele kleine Löcher in die Blätter fressen. Vor allem bei Jungpflanzen gefährlich. Klebefallen, Bewässerung von oben, feuchte Bedingungen erschweren ihnen die Bewegung.
Kohlmottenschildlaus Kleine, weiße, fliegende Insekten mit einem wachsartigen Belag. Gelbtafeln zur Überwachung. Bei starkem Befall Pflanzenteile entfernen.

Krankheiten

Krankheit Beschreibung Vorbeugung und Maßnahmen
Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) Wucherungen und Verformungen an den Wurzeln; Pflanze welkt, auch bei ausreichender Wasserzufuhr. Vorbeugung ist entscheidend! Achten Sie auf einen pH-Wert über 6.5. Befallene Pflanzen sofort entsorgen, System und Substrat gründlich reinigen. Keine weiteren Kreuzblütler nachpflanzen.
Falscher Mehltau Gelbliche Flecken auf Blattoberseiten, weißer bis grauer Pilzrasen auf Unterseiten. Gute Luftzirkulation, Blätter nicht übermäßig benetzen. Befallene Blätter entfernen.
Blattfleckenkrankheit Braune bis schwarze Flecken mit konzentrischen Ringen auf den Blättern. Befallene Blätter entfernen. Für gute Luftzirkulation sorgen.
Kalziummangel Verbrennungen an den Blatträndern, innere Blätter oder der Kopf können braune Stellen aufweisen. Sicherstellen, dass der pH-Wert im optimalen Bereich liegt (Kalzium wird sonst nicht aufgenommen). EC-Wert im Frühjahr anpassen.

Topfrotationsmöglichkeiten

Winterblumenkohl ist ein Mittelzehrer und besitzt ein ausgedehntes Wurzelsystem. Nach der Ernte ist eine gründliche Reinigung und Substrataustausch anzuraten.

Nächste Kultur

Nach einer gründlichen Reinigung des Systems mit einer milden Desinfektionslösung (z. B. Wasserstoffperoxid) können Sie das System für eine Sommerkultur mit Starkzehrern wie Tomaten, Paprika oder Gurken nutzen. Die üppige Infrastruktur für Rankhilfen eignet sich ideal für diese Kulturen.

Schädlingsbekämpfung

Bei der langen Kultur von Winterblumenkohl ist eine konsequente, vorbeugende Strategie wichtig. Vermeiden Sie chemische Pestizide, die Nützlinge schädigen oder die Nährlösung kontaminieren können.

Zubereitung

Winterblumenkohl ist im zeitigen Frühjahr eine Delikatesse. Sein Geschmack ist oft etwas nussiger und süßer als der von Sommerblumenkohl.

Quellenangaben