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Wurzelpetersilie (Petroselinum crispum var. tuberosum)

Die Wurzelpetersilie, auch als Petersilienwurzel oder Hamburger Petersilie bekannt, ist ein zweijähriges Doldenblütler, das wegen ihrer schmackhaften, cremeweißen Pfahlwurzel geschätzt wird. Sie verbindet den Geschmack von Petersilie mit der Textur einer Pastinake und ist eine lohnende Kultur für den Hydroponikgarten.

Allgemeine Informationen

Botanischer Name Petroselinum crispum var. tuberosum
Familie Doldenblütler (Apiaceae)
Herkunft Mittelmeerraum, Südosteuropa
Wuchstyp Zweijährige, krautige Pflanze (wird meist einjährig kultiviert)
Nutzbare Pflanzenteile Verdickte Pfahlwurzel, Blätter

Nährwerte je 100 g

Nährstoff Menge
Brennwert 52 kcal
Wasser 83 g
Kohlenhydrate 10,7 g
- davon Zucker 4,2 g
Ballaststoffe 3,3 g
Eiweiß 2,0 g
Fett 0,5 g
Kalium 470 mg
Vitamin C 35 mg
Eisen 3,3 mg

Anbauhinweise für den Hydroponikgarten

Wurzelpetersilie stellt besondere Anforderungen an den Anbau, da die Pfahlwurzel ausreichend Platz und eine lockere Umgebung für eine ungehinderte Entwicklung benötigt. Ein tiefes Substrat ist essentiell.

Aussaatzeitpunkte und Ernte

Die Wurzelpetersilie ist eine langsam keimende und anfangs wachstumsträge Kultur.

Wachstumsbedingungen

Faktor Optimaler Wert / Bedingung
pH-Wert 6.0 - 6.8 (etwas höher als bei vielen anderen Hydrokulturen)
EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) 1.5 - 2.0 mS/cm (während der Wurzelbildung)
Temperatur 15-22°C (kühlere Temperaturen fördern die Wurzelverdickung)
Luftfeuchtigkeit 50-70 % (gute Belüftung wichtig zur Vermeidung von Pilzkrankheiten)
Licht 10-14 Stunden direktes Licht oder hochwertige Pflanzenlampen. Sie verträgt auch Halbschatten, was die Wurzelbildung aber verlangsamen kann.

Düngung

Wurzelpetersilie ist ein Mittelzehrer. Eine gleichmäßige, aber nicht übermäßige Nährstoffversorgung ist der Schlüssel zu geraden, aromatischen Wurzeln.

Pflegehinweise

Schädlinge

Schädling Beschreibung Bekämpfung im Hydrokultur-System
Blattläuse Kleine, grüne oder schwarze Insekten an Blattunterseiten und Triebspitzen. Mit einem starken Wasserstrahl abspülen, Nützlinge (Florfliegen, Marienkäfer) einsetzen oder mit Kaliseife besprühen.
Möhrenfliege (selten in Hydrokultur) Kleine Fliege, deren Larven Fraßgänge in der Wurzel verursachen. Hydrokultur ist eine gute Vorbeugung, da die Fliege ihre Eier am Boden ablegt. Gelbtafeln zur Überwachung.
Spinnmilben Winzige, rote oder weiße Spinnchen; feine Gespinste auf Blattunterseiten bei trockener Luft. Luftfeuchtigkeit erhöhen, mit Neemöl oder Raubmilben (z. B. Phytoseiulus persimilis) bekämpfen.

Krankheiten

Krankheit Beschreibung Vorbeugung und Maßnahmen
Wurzelfäule (z.B. durch Pythium) Welke, braune, matschige Wurzeln, unangenehmer Geruch. Wassertemperatur kühl halten (<22°C), für sehr gute Sauerstoffanreicherung sorgen. Bei Befall System reinigen und Substrat austauschen.
Mehltau Weißer, mehlartiger Belag auf Blättern, meist bei schlechter Luftzirkulation. Für gute Luftzirkulation sorgen, Blätter nicht übermäßig benetzen. Milch-Wasser-Gemisch (1:8) besprühen.
Blattfleckenkrankheit (z.B. Septoria) Braune Flecken mit hellem Zentrum auf Blättern. Befallene Blätter sofort entfernen. Für gute Belüftung sorgen und beim Gießen die Blätter trocken halten.

Topfrotationsmöglichkeiten

Da Wurzelpetersilie eine tiefwurzelnde Kultur ist, sollte nach der Ernte das Substrat ausgetauscht und das System gründlich gereinigt werden.

Nächste Kultur

Nach einer gründlichen Systemreinigung und einem Substrataustausch können Sie in die frei gewordenen Plätze idealerweise schnellwachsende Blattgemüse (verschiedene Salate, Spinat) setzen, um die Nährlösung und das System effizient zu nutzen.

Schädlingsbekämpfung

Im Hydroponiksystem ist eine biologische Schädlingsbekämpfung besonders effektiv. Vermeiden Sie chemische Pestizide, die Nützlinge schädigen oder die Nährlösung kontaminieren können.

Zubereitung

Die Wurzelpetersilie ist ein kulinarisches Multitalent. Ihr Geschmack erinnert an eine Mischung aus Sellerie, Pastinake und Petersilie.

Quellenangaben