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Asiasalate (z. B. ‚Mizuna‘, ‚Pak Choi‘)

Asiasalate sind eine vielseitige Gruppe von Blattgemüsen, die in der asiatischen Küche sehr geschätzt werden. Sie wachsen schnell, sind ideal für die hydroponische Kultur und liefern zarte, würzige Blätter für Salate und Wok-Gerichte.

Allgemeine Informationen

Botanischer Name Brassica rapa var. niposinica (Mizuna), Brassica rapa subsp. chinensis (Pak Choi)
Familie Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Herkunft Ostasien (China, Japan, Korea)
Wuchstyp Einjährige, blattreiche Pflanze, meist ohne Köpfe (Cut-and-Come-Again)
Besonderheit Schnellwüchsig, schnittverträglich, ideal für kontinuierliche Ernte

Nährwerte je 100 g

Nährstoff Menge (ca., je nach Sorte variierend)
Brennwert 13-16 kcal
Wasser 90-95 g
Kohlenhydrate 1,5-2,0 g
- davon Zucker 1,0-1,5 g
Ballaststoffe 1,0-1,5 g
Eiweiß 1,5-2,0 g
Fett 0,2-0,3 g
Kalium 250-300 mg
Vitamin A (Beta-Carotin) 200-300 µg
Vitamin C 30-45 mg
Vitamin K 45-60 µg

Anbauhinweise für den Hydroponikgarten

Asiasalate sind ideale Kandidaten für hydroponische Systeme. Sie wachsen schnell, haben einen moderaten Nährstoffbedarf und gedeihen bei kühleren Temperaturen hervorragend.

  • Systemwahl: Geeignet sind alle gängigen Systeme. Besonders gut funktionieren NFT (Nährstoff-Film-Technik), Deep Water Culture (DWC) mit Belüftung sowie Flut- und Drainage-Systeme. Für kleine Kulturen reichen auch einfache Topf-Systeme mit Substrat.
  • Substrat: Bei NFT oder DWC werden die Pflanzen oft direkt in Netz- oder Quelltöpfen mit Blähton, Steinwolle oder Kokosfasern gesetzt. Bei Flut- und Drainage eignen sich ebenfalls Blähton oder Perlite.
  • Pflanzabstand: Für Mizuna und Pak Choi reichen 15-20 cm Abstand zwischen den Pflanzen, wenn sie als Jungpflanzen geerntet werden. Für größere, voll entwickelte Pak Choi-Pflanzen sind 25-30 cm empfehlenswert.

Aussaatzeitpunkte und Ernte

  • Aussaat/Vorkultur: Ganzjährig im kontrollierten Innenbereich möglich. Für die Kultur im Gewächshaus oder auf dem Balkon von März bis Oktober.
  • Keimung: Bei 18-22°C innerhalb von 3-7 Tagen. Asiasalate sind Dunkelkeimer, die Samen sollten dünn mit Substrat bedeckt sein.
  • Pflanzung ins System: Sobald die Sämlinge 2-3 echte Blätter haben (ca. 1-2 Wochen nach Keimung).
  • Ernte: Je nach Sorte und Wachstumsbedingungen 20-40 Tage nach der Keimung.
    • Mizuna: Als Babyleaf bereits nach 3-4 Wochen. Die Cut-and-Come-Again-Methode: Blätter ca. 2-3 cm über dem Boden abschneiden, die Pflanze treibt mehrmals nach.
    • Pak Choi: Als Jungpflanze nach 3-4 Wochen oder voll entwickelt nach 6-8 Wochen. Bei der Baby-Variante kann ebenfalls geschnitten werden, bei voller Entwicklung wird die ganze Pflanze geerntet.

Wachstumsbedingungen

Faktor Optimaler Wert / Bedingung
pH-Wert 5.5 - 6.5
EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) 1.2 - 1.8 mS/cm (für schnelles Wachstum und guten Geschmack)
Temperatur (Tag) 18-24°C
Temperatur (Nacht) 12-18°C (kühlere Nachttemperaturen fördern das Aroma und verhindern Schossen)
Luftfeuchtigkeit 50-70 % (gute Belüftung wichtig, um Pilzkrankheiten vorzubeugen)
Licht 12-14 Stunden direktes Licht oder hochwertige Pflanzenlampen (z. B. LED). Bei zu wenig Licht oder zu hohen Temperaturen neigen sie zum Schossen (Blütenbildung).

Düngung

Asiasalate sind Mittelzehrer mit einem gleichmäßigen Nährstoffbedarf. Ein ausgewogener hydroponischer Dünger für Blattgemüse ist optimal.

  • Wachstumsphase: EC-Wert zwischen 1.2 und 1.5 mS/cm. Ein höherer Stickstoffanteil fördert das Blattwachstum.
  • Nach der ersten Ernte (Cut-and-Come-Again): EC-Wert leicht auf 1.6 - 1.8 mS/cm erhöhen, um die Nachwuchstriebe zu unterstützen.
  • Besonderheit: Achten Sie auf ausreichend Kalzium, um Blattrandnekrosen zu vermeiden. Ein stabiler pH-Wert ist dafür entscheidend.
  • Magnesium: Bei Bedarf kann eine Blattdüngung mit Bittersalz durchgeführt werden, wenn sich die Blätter zwischen den Adern aufhellen.

Pflegehinweise

  • Belüftung: Asiasalate benötigen eine gute Luftzirkulation, um die Bildung von Falschem Mehltau und anderen Pilzkrankheiten zu verhindern.
  • Temperaturmanagement: Vermeiden Sie anhaltende Temperaturen über 26°C, da dies das Schossen (vorzeitige Blütenbildung) auslöst und die Blätter bitter macht.
  • Wasserwechsel: Bei Systemen mit rezirkulierender Nährlösung (z. B. NFT, DWC) sollte die Lösung alle 2-3 Wochen komplett erneuert werden, um Nährstoffungleichgewichte zu vermeiden.
  • Schnitttechnik: Bei der Cut-and-Come-Again-Methode schneiden Sie immer nur die äußeren, größeren Blätter oder schneiden die gesamte Pflanze auf eine Höhe von 2-3 cm zurück. Lassen Sie immer das innere Herz stehen, damit sie nachwachsen kann.

Schädlinge

Schädling Beschreibung Bekämpfung im Hydrokultur-System
Blattläuse Kleine, grüne, schwarze oder weiße Insekten an Triebspitzen und Blattunterseiten. Mit einem starken Wasserstrahl abspülen, Nützlinge (Florfliegen, Marienkäfer) einsetzen oder mit einer Mischung aus Wasser und Neemöl/Kaliseife besprühen.
Kohlfliege (Kohlmaden) Larven der Kohlfliege fressen an den Wurzeln und können Welke verursachen. Im Hydrokultur-System selten, aber möglich. Bei Befall Pflanze entfernen. Vorbeugend können Gelbtafeln zur Kontrolle des Fluges eingesetzt werden.
Kohlweißling (Raupen) Grüne Raupen, die Löcher in die Blätter fressen. Regelmäßige Kontrolle und Absammeln. In geschlossenen Räumen und Gewächshäusern meist kein Problem.
Minierfliegen Kleine, helle, gewundene Gänge in den Blättern. Befallene Blätter entfernen. Gelbtafeln können die adulten Fliegen fangen.

Krankheiten

Krankheit Beschreibung Vorbeugung und Maßnahmen
Falscher Mehltau Gelbliche, eckige Flecken auf Blättern, später grau-violetter Belag auf Blattunterseiten. Sehr ansteckend! Für gute Luftzirkulation sorgen, Blätter nicht übermäßig benetzen. Befallene Pflanzenteile sofort entfernen. Resistente Sorten wählen.
Blattfleckenkrankheiten (z.B. durch Alternaria) Dunkle, konzentrische Flecken auf Blättern. Befallene Blätter entfernen. Vermeidung von Staunässe auf den Blättern. Bei starkem Befall Pflanze entfernen.
Wurzelfäule (z.B. durch Pythium) Welke, braune, matschige Wurzeln. Wassertemperatur kühl halten (<22°C), für gute Sauerstoffanreicherung im Wasser sorgen (Belüftungspumpe). Bei Befall System reinigen, Pflanze entsorgen.
Schossen (vorzeitige Blüte) Pflanze bildet einen Blütenstand, Blätter werden zäh und bitter. Ursache sind meist zu hohe Temperaturen (>25°C) oder zu lange Lichtperioden (>14 Stunden). Temperatur senken, kühlere Sorten wählen.

Topfrotationsmöglichkeiten

Da Asiasalate Mittelzehrer sind und nicht zu den Starkzehrern gehören, können sie gut in Rotation mit anderen Pflanzen angebaut werden.

  • Nach Asiasalat: Geeignet sind Starkzehrer wie Tomaten, Paprika oder Gurken, die von der noch vorhandenen, aber leicht reduzierten Nährstoffzusammensetzung profitieren.
  • Vor Asiasalat: Nach Starkzehrern ist eine gute Reinigung des Systems und ein Austausch der Nährlösung empfehlenswert, bevor wieder Asiasalate gesetzt werden.

Nächste Kultur

Nach der Ernte der Asiasalate wird das System gründlich gereinigt und die Nährlösung erneuert. Anschließend können Sie mit einer neuen Kultur beginnen:

  • Empfehlung: Schnellwachsende Blattgemüse wie Spinat, Rucola oder verschiedene Salate, oder aber Fruchtgemüse wie Gurken oder Paprika, sofern die Licht- und Temperaturbedingungen passen.
  • Nicht empfehlenswert: Andere Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) wie Kohl, Radieschen oder Senf, um die Übertragung von krankheitsspezifischen Erregern zu vermeiden.

Schädlingsbekämpfung

Im Hydroponiksystem ist ein integrierter Ansatz mit biologischen Mitteln besonders effektiv.

  • Vorbeugung: Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten und der Wurzeln, gute Luftzirkulation, Vermeidung von Staunässe und angepasste Luftfeuchtigkeit.
  • Biologische Mittel: Einsatz von Nützlingen (z. B. Schlupfwespen gegen Blattläuse, Raubmilben gegen Thripse), Neemöl, Kaliseife oder Rapsölpräparate. Achten Sie bei Ölpräparaten auf die Temperatur, um Blattschäden zu vermeiden.
  • Mechanische Maßnahmen: Gelbtafeln zur Überwachung des Schädlingsdrucks, Blätter mit Wasser abspülen, befallene Pflanzenteile großzügig entfernen.

Zubereitung

Asiasalate sind äußerst vielseitig in der Küche einsetzbar.

  • Roh im Salat: Mizuna mit seinem pfeffrigen, leicht senfartigen Geschmack verfeinert gemischte Salate. Pak Choi (Baby) kann ebenfalls roh verwendet werden.
  • Gedünstet oder gebraten: Pak Choi ist ideal für Wok-Gerichte. Vierteln und kurz anbraten, bis die Blätter zusammenfallen.
  • In Suppen: Die Blätter können am Ende der Garzeit in Suppen gegeben werden.
  • Gegrillt: Halbierter Pak Choi mit etwas Öl und Sojasauce bestrichen, kurz gegrillt – ein Highlight.
  • Smoothies: Junge Mizuna-Blätter können aufgrund ihres milden Geschmacks auch in grünen Smoothies verwendet werden.

Quellenangaben

garten/pflanzen/asiasalate.txt · Zuletzt geändert: von avitarus

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