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Gurke (Cucumis sativus)
Die Gurke ist ein vielseitiges, erfrischendes Gemüse, das sich hervorragend für den Anbau im Hydroponiksystem eignet. Sie wächst schnell und liefert bei richtiger Pflege einen reichen Ertrag.
Allgemeine Informationen
| Botanischer Name | Cucumis sativus |
|---|---|
| Familie | Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) |
| Herkunft | Indien, südliches Asien |
| Wuchstyp | Einjährige, kriechende oder kletternde Pflanze |
| Fruchttyp | Panzerbeere (Epigenes Beeren) |
Nährwerte je 100 g
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Brennwert | 12 kcal |
| Wasser | 95 g |
| Kohlenhydrate | 2,0 g |
| - davon Zucker | 1,8 g |
| Ballaststoffe | 0,5 g |
| Eiweiß | 0,6 g |
| Fett | 0,1 g |
| Kalium | 140 mg |
| Vitamin C | 3 mg |
Anbauhinweise für den Hydroponikgarten
Gurken sind Starkzehrer mit einem hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Ein Hydroponiksystem mit guter Sauerstoffversorgung (z. B. NFT, Dutch-Bucket oder tiefe Wasser-Kultur mit Belüftung) ist ideal.
- Systemwahl: Für die Kultur von Salatgurken eignen sich Dutch-Bucket-Systeme oder großvolumige NFT-Kanäle. Für Snackgurken oder kleine Sorten können auch größere Töpfe in einer Flut- und Drainage-Anlage genutzt werden.
- Substrat: Blähton, Kokosfasern oder Steinwolle bieten der Wurzel guten Halt und Durchlüftung.
- Pflanzabstand: Rechnen Sie mit mindestens 40-60 cm Abstand zwischen den Pflanzen, da sie sich stark ausbreiten.
Aussaatzeitpunkte und Ernte
- Aussaat/Vorkultur: Ganzjährig im kontrollierten Innenbereich möglich. Für eine Kultur im Gewächshaus ab Mitte/Ende März vorziehen.
- Keimung: Bei 20-25°C innerhalb von 5-10 Tagen.
- Pflanzung ins System: Wenn die Pflanze 2-3 echte Blätter hat.
- Ernte: Je nach Sorte 50-70 Tage nach der Keimung. Ernten Sie die Früchte regelmäßig, sobald sie die gewünschte Größe haben, um die Nachblüte anzuregen.
Wachstumsbedingungen
| Faktor | Optimaler Wert / Bedingung |
|---|---|
| pH-Wert | 5.5 - 6.0 |
| EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) | 1.8 - 2.5 mS/cm (während der Fruchtbildung höher) |
| Temperatur | 20-26°C (Wurzelraum nicht unter 18°C) |
| Luftfeuchtigkeit | 65-80 % (gute Belüftung zur Vermeidung von Pilzkrankheiten wichtig) |
| Licht | 12-16 Stunden direktes Licht oder hochwertige Pflanzenlampen (z. B. LED) |
Düngung
Verwenden Sie einen speziellen hydroponischen Dünger für Fruchtgemüse. Gurken haben einen hohen Kalium- und Kalziumbedarf.
- Wachstumsphase: EC-Wert um 1.8 mS/cm, mit einem ausgewogenen Nährstoffverhältnis (höherer Stickstoffanteil).
- Blüte- und Fruchtphase: EC-Wert auf 2.2 - 2.5 mS/cm erhöhen. Achten Sie auf ausreichend Kalium und Kalzium, um Blütenendfäule zu verhindern.
- Magnesium: Bei Magnesiummangel (gelbe Blattadern) können Sie eine Blattdüngung mit Bittersalz durchführen.
Pflegehinweise
- Rankhilfe: Gurken sind Kletterpflanzen. Bieten Sie ihnen Spaliere, Schnüre oder Netze, an denen sie emporwachsen können.
- Leiten und Ausgeizen: Leiten Sie die Haupttriebe in die Rankhilfe. Bei vielen Sorten werden die Seitentriebe (Geiztriebe) nach dem ersten Blatt und der Fruchtanlage ausgegeizt, um die Energie auf die Haupttriebe zu konzentrieren.
- Bestäubung: Bei Sorten, die nicht parthenokarp (jungfernfruchtend) sind, ist eine Bestäubung nötig. Im Innenbereich müssen Sie die Bestäubung manuell mit einem Pinsel übernehmen.
- Wassertemperatur: Verwenden Sie kein kaltes Wasser (<16°C), da dies einen Schock auslösen kann.
Schädlinge
| Schädling | Beschreibung | Bekämpfung im Hydrokultur-System |
|---|---|---|
| Spinnmilben | Winzige, rote oder weiße Spinnchen; feine Gespinste auf Blattunterseiten. | Luftfeuchtigkeit erhöhen, mit Neemöl oder Raubmilben (z. B. Phytoseiulus persimilis) bekämpfen. |
| Blattläuse | Kleine, grüne oder schwarze Insekten an Triebspitzen. | Mit einem starken Wasserstrahl abspülen, Nützlinge (Florfliegen, Marienkäfer) einsetzen oder mit Kaliseife besprühen. |
| Weiße Fliege | Kleine, weiße Fliegen, die beim Schütteln aufsteigen. | Gelbtafeln zur Überwachung, Schlupfwespen (Encarsia formosa) zur biologischen Bekämpfung. |
| Thripse | Winzige, längliche Insekten, die silbrige Sprenkel auf Blättern verursachen. | Blaue oder gelbe Fallen, Einsatz von Raubmilben (Amblyseius cucumeris). |
Krankheiten
| Krankheit | Beschreibung | Vorbeugung und Maßnahmen |
|---|---|---|
| Mehltau | Weißer, mehlartiger Belag auf Blattoberseiten. | Für gute Luftzirkulation sorgen, Blätter nicht übermäßig benetzen. Milch-Wasser-Gemisch (1:8) besprühen. |
| Falscher Mehltau | Gelbliche, eckige Flecken auf Blättern, später violetter Belag auf Unterseiten. | Sehr ansteckend! Befallene Pflanzenteile sofort entfernen. Resistente Sorten wählen. |
| Blütenendfäule | Dunkle, ledrige, eingesunkene Stellen am Blütenende der Frucht. | Keine Krankheit, sondern ein Kalziummangel. Sicherstellen, dass der pH-Wert im optimalen Bereich (5.5-6.0) liegt, um Kalziumaufnahme zu gewährleisten. |
Wurzelfäule (z.B. durch Pythium) | Welke, braune, matschige Wurzeln. | Wassertemperatur kühl halten (<24°C), für gute Sauerstoffanreicherung im Wasser sorgen. Bei Befall System reinigen. |
Topfrotationsmöglichkeiten
Da Gurken Starkzehrer sind, sollten Sie nach der Kultur das Substrat austauschen und das System gründlich reinigen.
- Nach Gurke: Geeignet sind schwachzehrende Kulturen wie Salate, Kräuter oder Spinat.
- Ungeeignet: Andere Kürbisgewächse wie Zucchini oder Melonen (um die Übertragung von bodenbürtigen Krankheiten zu vermeiden).
Nächste Kultur
Nach einer Gründesinfektion (Reinigung) des Systems können Sie in die freigewordenen Plätze idealerweise Blattgemüse (Salat, Mangold) oder Kräuter (Basilikum, Petersilie) setzen, um das System effizient zu nutzen.
Schädlingsbekämpfung
Im Hydroponiksystem ist eine biologische Schädlingsbekämpfung besonders effektiv. Vermeiden Sie chemische Pestizide, die Nützlinge schädigen oder die Nährlösung kontaminieren können.
- Vorbeugung: Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten, guter Luftzug und angepasste Luftfeuchtigkeit.
- Biologische Mittel: Einsatz von Nützlingen (Raubmilben, Schlupfwespen), Neemöl, Kaliseife oder Rapsölpräparate.
- Mechanische Maßnahmen: Gelbtafeln, Blätter mit Wasser abspülen.
Zubereitung
Gurken sind vielseitig einsetzbar und werden meist roh verzehrt.
- Im Salat: Dünn aufgeschnitten oder gewürfelt mit Joghurt, Dill, Essig und Öl.
- Als Snack: In Sticks geschnitten mit Kräuterquark oder Hummus.
- Eingelegt: Als saure Gurken oder Gewürzgurken haltbar gemacht.
- In Getränken: Erfrischend in Wasser oder als Basis für kalte Gurkensuppe.
Quellenangaben
- Eigene Erfahrungen aus der hydroponischen Kultur
