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Petersilie (Petroselinum crispum)
- Botanischer Name: Petroselinum crispum
- Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
- Typ: Zweijährige Pflanze (meist einjährig kultiviert)
- Schwierigkeitsgrad: ⚫⚪⚪ (Mittel – benötigt Geduld bei der Keimung)
Allgemeine Informationen
Petersilie ist eines der bekanntesten Küchenkräuter und wird sowohl glatt- als auch krausblättrig kultiviert. Sie ist reich an Vitaminen und verleiht vielen Gerichten eine frische Note. Im Hydroponiksystem benötigt sie etwas mehr Geduld als andere Kräuter, da die Keimung langsam erfolgt.
Nährwerte je 100 g
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | 36 kcal |
| Eiweiß | 3,0 g |
| Fett | 0,8 g |
| Kohlenhydrate | 6,0 g |
| Ballaststoffe | 3,3 g |
| Vitamin C | 133 mg |
| Eisen | 6,2 mg |
Anbauhinweise für den Hydroponikgarten
- Systemempfehlung: NFT (Nutrient Film Technique), Deep Water Culture (DWC) oder aktive Bewässerungssysteme (z.B. Ebb- und Flut).
- Substrat: Steinwolle, Blähton oder Kokosfaser. Petersilie bevorzugt ein gut durchlüftetes Wurzelmedium.
- Wasser: pH-Wert zwischen 5,8 und 6,5, EC-Wert zwischen 1,2 und 2,0 mS/cm.
- Keimung: Samen über Nacht in Wasser einweichen, da sie schwer keimen (Keimdauer 2–4 Wochen). In Steinwürfeln bei 18–22 °C keimen lassen.
Aussaatzeitpunkte und Ernte
- Aussaat (Hydroponik): Ganzjährig möglich bei kontrollierten Bedingungen.
- Keimdauer: 14–28 Tage.
- Erstere: Ca. 8–12 Wochen nach der Aussaat.
- Erntemethode: Äußere Blätter von außen nach innen ernten, das Herz stehen lassen. So wächst die Pflanze über Monate nach.
Wachstumsbedingungen
| Faktor | Optimalwert |
|---|---|
| Temperatur | 15–22 °C (Luft) |
| Luftfeuchtigkeit | 50–70 % |
| Licht | 12–14 Stunden/Tag, mittlere bis hohe Lichtintensität (LED mit Vollspektrum) |
| pH-Wert | 5,8 – 6,5 |
| EC-Wert | 1,4 – 1,8 mS/cm (Wachstumsphase) |
Schädlinge
- Blattläuse: Treten bei zu trockener Luft auf.
- Spinnmilben: Bei geringer Luftfeuchtigkeit.
- Trauermücken: Bei organischen Substraten und Staunässe.
Krankheiten
- Wurzelfäule (Pythium): Bei zu hohen Wassertemperaturen (>24 °C) oder Sauerstoffmangel.
- Echter Mehltau: Bei schlechter Luftzirkulation und hoher Luftfeuchtigkeit.
- Fusarium: Vorbeugend durch saubere Systeme und resistente Sorten vermeiden.
Topfrotationsmöglichkeiten
Nach der Ernte der Petersilie eignen sich folgende Kulturen für denselben Topf / Einsatz:
- Basilikum (niedriger Nährstoffbedarf)
- Schnittlauch
- Salate (Lollo Rosso, Eichblatt)
- Rucola
Nicht geeignet: Andere Doldenblütler wie Dill, Kerbel oder Sellerie (Fruchtfolge).
Nächste Kultur
Nach Petersilie empfiehlt sich eine stickstoffzehrende Kultur (z.B. Tomate, Paprika) oder eine Gründüngung (im Freiland). Im Hydroponiksystem reicht ein gründliches Spülen des Systems mit pH-Wasser und gegebenenfalls eine Desinfektion, bevor die nächste Kultur eingesetzt wird.
Pflegehinweise
- Regelmäßiger Rückschnitt der äußeren Blätter fördert kompaktes Wachstum.
- Staunässe im Wurzelbereich vermeiden – Sauerstoffzufuhr sicherstellen (Luftpumpe).
- Bei beginnender Blütenbildung (im zweiten Jahr) werden die Blätter bitter – Pflanze dann komplett ernten und ersetzen.
Düngung
- Wachstumsphase: EC 1,4 – 1,8 mS/cm, stickstoffbetonter Nährstoffmix (z.B. Wachstumsdünger für Kräuter).
- Mangelerscheinungen: Gelbe Blätter deuten auf Stickstoffmangel, braune Blattränder auf Kaliummangel hin.
- Empfehlung: Spezieller Kräuterdünger oder hydroponischer Standarddünger (z.B. Terra Aquatica, Hesi).
Schädlingsbekämpfung
- Biologisch: Einsatz von Nützlingen wie Florfliegen oder Schlupfwespen bei Blattläusen.
- Mechanisch: Blattunterseiten mit Wasserstrahl abspülen, Gelbtafeln gegen Trauermücken.
- Vorbeugend: Gute Luftzirkulation, keine Staunässe, regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten.
Zubereitung
- Frisch gehackt über Suppen, Salate, Kräuterquark oder Kartoffeln.
- Petersilie erst nach dem Kochen hinzufügen, um das Aroma zu erhalten.
- Einfrieren in Eiswürfelbehältern oder Trocknen (verliert jedoch Aroma).
Quellenangaben
- Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf – Hydroponischer Kräuteranbau
- Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.
- Eigene Erfahrungswerte aus dem HydroSentinel-System
