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Winterportulak (Claytonia perfoliata)

Winterportulak, auch bekannt als Postelein oder Kubaspinat, ist ein robuster, kälteverträglicher Salat, der sich hervorragend für die Kultur im Hydroponiksystem eignet. Er liefert in den kühleren Monaten frische, vitaminreiche Blätter.

Allgemeine Informationen

Botanischer Name Claytonia perfoliata (syn. Montia perfoliata)
Familie Montiaceae (Quellkrautgewächse)
Herkunft Westliches Nordamerika
Wuchstyp Einjährige, bodenbedeckende Rosettenpflanze
Besonderheit Bildet charakteristische, tellerförmige Blätter, die den Stängel umfassen.

Nährwerte je 100 g

Nährstoff Menge
Brennwert 21 kcal
Wasser 92 g
Kohlenhydrate 3,3 g
- davon Zucker 1,2 g
Ballaststoffe 1,2 g
Eiweiß 2,2 g
Fett 0,4 g
Vitamin C 25 mg
Eisen 1,8 mg

Anbauhinweise für den Hydroponikgarten

Winterportulak ist eine anspruchslose Pflanze mit kurzer Kulturdauer. Er gedeiht in fast jedem Hydroponiksystem, bevorzugt werden flache, durchströmte Systeme.

  • Systemwahl: Ideal sind NFT-Kanäle (Nährstoff-Film-Technik), Flut- und Drainage-Systeme (Ebbe-Flut) oder schwimmende Systeme (Deep Water Culture) auf Styroporplatten.
  • Substrat: Für Topfkulturen eignet sich Blähton oder Kokosfasern. In NFT-Systemen kann direkt in den Kanal oder in kleine Steinwollwürfel gesät werden.
  • Pflanzabstand: 10-15 cm in der Reihe, zwischen den Reihen 15-20 cm. Bei engerem Stand ist eine frühere Ernte als Baby-Leaf möglich.

Aussaatzeitpunkte und Ernte

  • Aussaat/Vorkultur: Ganzjährig im Innenbereich möglich. Besonders geeignet für die Kultur von Herbst bis Frühjahr.
  • Keimung: Bei 10-20°C innerhalb von 7-14 Tagen. Keimung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich.
  • Pflanzung ins System: Direktsaat ins System oder Pikieren der Jungpflanzen nach 2-3 Wochen.
  • Ernte: 4-8 Wochen nach der Aussaat. Die ganzen Rosetten können geschnitten oder die äußeren Blätter einzeln geerntet werden („Cut and Come Again“). Bei längerer Kultur bilden sich die typischen tellerförmigen Blätter.

Wachstumsbedingungen

Faktor Optimaler Wert / Bedingung
pH-Wert 6.0 - 6.5
EC-Wert (elektr. Leitfähigkeit) 1.2 - 1.8 mS/cm
Temperatur 10-20°C (sehr kälteresistent, optimal für kühle Räume)
Luftfeuchtigkeit 50-70 % (keine besonderen Ansprüche)
Licht 10-14 Stunden direktes Licht oder Pflanzenlampen. Verträgt auch geringere Lichtintensität im Winter.

Düngung

Winterportulak ist ein Schwachzehrer und benötigt eine moderate Nährstoffversorgung. Ein zu hoher EC-Wert kann den Geschmack beeinträchtigen.

  • Wachstumsphase: Verwenden Sie einen ausgewogenen Hydrodünger für Blattgemüse mit einem EC-Wert von 1.2 - 1.5 mS/cm.
  • Erntephase: Bei regelmäßiger Ernte kann der EC-Wert leicht auf 1.6 - 1.8 mS/cm angehoben werden. Achten Sie auf einen höheren Stickstoffanteil für üppiges Blattwachstum.
  • Besonderheit: Die Pflanze reagiert empfindlich auf zu hohe Salzgehalte. Halten Sie den EC-Wert im unteren Bereich, um ein optimales Wachstum zu gewährleisten.

Pflegehinweise

  • Rankhilfe: Nicht erforderlich. Winterportulak bleibt bodennah und wächst rosettenartig.
  • Auslichten: Bei zu dichtem Stand die schwächeren Pflanzen entfernen, um die Luftzirkulation zu verbessern und Fäulnis vorzubeugen.
  • Wassertemperatur: Winterportulak bevorzugt kühle Wurzelbedingungen. Wassertemperaturen über 24°C sollten vermieden werden.
  • Vermehrung: Bildet bei langer Kultur kleine, unscheinbare Blüten und Samen. Für die nächste Kultur kann eigenes Saatgut gewonnen werden.

Schädlinge

Winterportulak ist sehr robust und wird nur selten von Schädlingen befallen.

Schädling Beschreibung Bekämpfung im Hydrokultur-System
Blattläuse Kleine, grüne oder schwarze Insekten an den Blattachseln und Triebspitzen. Bei leichtem Befall mit Wasser abspritzen. Bei stärkerem Befall mit Kaliseife oder Neemöl behandeln.
Trauermücken Kleine, schwarze Fliegen im Wurzelbereich; Larven können bei geschwächten Pflanzen Wurzelschäden verursachen. Gelbtafeln zur Überwachung, Nematoden (SF-Nützlinge) gegen die Larven im Substrat einsetzen.
Minierfliegen Helle, verwundene Fraßgänge in den Blättern. Befallene Blätter entfernen. Gelbtafeln zur Reduktion der adulten Tiere.

Krankheiten

Krankheit Beschreibung Vorbeugung und Maßnahmen
Falscher Mehltau Grau-violetter Belag auf Blattunterseiten, gelbliche Flecken auf Oberseiten. Für gute Luftzirkulation sorgen, Blätter nicht übermäßig benetzen. Befallene Pflanzenteile entfernen.
Wurzelfäule (z.B. durch Pythium) Welke, braune Wurzeln, schlechtes Wachstum. Wassertemperatur kühl halten, für ausreichende Sauerstoffanreicherung sorgen. Systemhygiene beachten.
Grauschimmel (Botrytis) Braun-grauer, pelziger Belag bei hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung. Ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen halten, Luftfeuchtigkeit reduzieren, befallene Stellen sofort entfernen.

Topfrotationsmöglichkeiten

Winterportulak ist ein Schwachzehrer und hinterlässt ein wenig belastetes Substrat.

  • Nach Winterportulak: Ideal sind Starkzehrer wie Tomaten, Paprika oder Gurken, die von dem noch vorhandenen, aber geringen Nährstoffrest profitieren können.
  • Ungeeignet: Keine spezifischen Einschränkungen, da die Pflanze kaum anfällig für bodenbürtige Krankheiten ist.

Nächste Kultur

Nach der Ernte des Winterportulaks sollte das Substrat ausgetauscht oder gründlich gespült werden. Eine nachfolgende Kultur mit Starkzehrern (z. B. Tomaten, Gurken) nutzt die verbleibenden Kapazitäten des Systems optimal aus. Alternativ kann direkt eine weitere Runde Winterportulak oder anderes Blattgemüse angesetzt werden.

Schädlingsbekämpfung

Durch die kurze Kulturdauer und die robuste Natur des Winterportulaks ist die Schädlingsbekämpfung meist unproblematisch.

  • Vorbeugung: Die beste Maßnahme ist die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen. Eine gute Luftzirkulation verhindert die meisten Pilzkrankheiten.
  • Biologische Mittel: Bei Bedarf können Neemöl, Kaliseife oder Rapsölpräparate eingesetzt werden. Gegen Trauermückenlarven helfen Nematoden.
  • Mechanische Maßnahmen: Gelbtafeln sind effektiv zur Überwachung und Bekämpfung fliegender Schädlinge.

Zubereitung

Winterportulak hat einen milden, leicht nussigen Geschmack mit einer angenehm knackigen Textur.

  • Im Salat: Ideal als Basis für gemischte Salate, kombiniert mit einem Vinaigrette-Dressing. Die tellerförmigen Blätter eignen sich auch zum Füllen.
  • Als Gemüsebeilage: Kurz in Butter oder Olivenöl geschwenkt, mit Knoblauch und Salz verfeinert.
  • In Smoothies: Aufgrund des milden Geschmacks hervorragend für grüne Smoothies geeignet.
  • Als Garnitur: Die kleinen, dekorativen Blätter verschönern Suppen, Sandwiches oder Fleischgerichte.

Quellenangaben

garten/pflanzen/winterportulak.txt · Zuletzt geändert: von avitarus

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